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Yvonne Gerdau - Bewusst leben > Gedanken  > Die drei Schlüssel zur Zufriedenheit
Yvonne Gerdau Bewusst Leben - Blog - Die 3 Schlüssel zur Zufriedenheit

Die drei Schlüssel zur Zufriedenheit

oder: Willst Du Dir den Tag verderben, vergleiche Dich mit anderen!

Ich bin gerade nicht gut drauf. Und das nur, weil ich mich in der Weite der Medienlandschaft verloren habe. Dort habe ich viele, aktive, attraktive und erfolgreiche Menschen getroffen. Ich habe Anteil an ihrem Leben genommen, mir ihre perfekten Bilder angeschaut – und so meiner inneren Kritikerin (ihr Name ist übrigens Fräulein Rottenmeier), die Möglichkeit gegeben, das Wort zu ergreifen. Aus einem Wort wurden dann vorwurfsvolle Monologe. Und diese sind jetzt der Grund für meine Unzufriedenheit.

Mit Ihrer eindringlichen und absolut nervtötenden Art versucht sie mir zu sagen, dass ich noch viel mehr meiner Zeit in Arbeitszeit investieren müsste. Ich es sowieso nicht schaffen werde, meine Wunschreiseziele zu bereisen und der Zahn der Zeit sich ganz hartnäckig an mir festbeißen wird – und sowieso haben alle anderen viel mehr und viel sinnvolleres zu sagen als ich.

Mein Bewusstsein schaltet sich als Rettungsanker ein.

Es spricht mit liebevoller Strenge zu mir:
Du bist gut genug!
Du bist einzigartig!
Du bist wertvoll!

Aber ich befinde mich noch in der kindlichen Phase – und reagiere mit: Ja, aber… Jetzt hilft eine gute Strategie: Telefonieren mit der Freundin! Ein Austausch mit einer Dauer von zwei Tassen Kaffee – und einer Aufarbeitung meiner momentanen Emotionen und mit ihrer Sicht auf die Dinge.

Wieso sind gerade wir Frauen, so schnell in dieser Vergleichsmaschine? Und was macht das mit uns?

Wir geraten dann schnell von der Vergleichs- direkt in die Mangelmaschine. Die knetet uns einmal so richtig durch – und wir stellen fest, dass es uns gerade an allen Ecken und Enden mangelt. Ein „zuviel“ haben wir dann im besten Fall noch an Gewicht, Schulden, dem Partner auf der Couch oder zu guter Letzt an einem Sack voller Selbstzweifeln.

Aber was lässt in uns dieses Gefühl des Mangels und des Zweifelns an unserer Person entstehen?

Evolutionär gesehen ist der Grund dafür eine alte Überlebensstrategie der Menschen: Derjenige überlebt, der die meisten und wertvollsten Ressourcen zur Verfügung hat. Im Zeitgeschehen haben sich unsere sozialen Strukturen aber mittlerweile so sehr verändert, dass sich auch diese Ressourcen angepasst haben.

Aus Kraft, Ausdauer, Nahrung, Feuer und der Höhle sind der bestbezahlte und angesehene Job, der perfekte Partner, das neueste In-Auto, das Mega-Haus und der unvergessliche Urlaub geworden. Die Ausbildung der Kids im Ausland natürlich nicht zu vergessen…

Ressourcen haben nichts mit unserer Zufriedenheit zu tun

Was wir darüber vergessen haben ist aber, dass Bildung, Familie, Gesundheit, Geld und Attraktivität zwar eine Möglichkeit sind, uns zu definieren – faktisch aber nichts mit dem Grad unserer Zufriedenheit oder unserem Glück zu tun haben. Das ist zumindest meine Erfahrung.

Und egal wie sehr wir uns diesen Dingen unterordnen und versuchen unsere Rolle in der Gesellschaft zu finden – am Ende werden wir uns schlecht fühlen, wenn wir anfangen, uns mit anderen zu vergleichen. Wenn wir also alle unsere modernen Ressourcen in die Waagschale werfen, um festzustellen, wer mehr hat.

Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit. - Sören Kierkegaard

Die Lösung: Bewusstsein, Dankbarkeit und Individuation.

Das bedeutet im Klartext: Werde Dir bewusst, wie viel Du wirklich hast. Ganz sicher hast Du viele Dinge in Deinem Leben, wofür Du dankbar bist! Und dazu passt dann wunderbar der Spruch: „Enjoy the little things of life!“ Ein Treffen mit Freunden, ein gutes Essen, ein Spaziergang in der Mittagspause – und es gibt noch so viel mehr.

Finde heraus, was Dich glücklich macht! Das ist der eigentliche Hauptschlüssel zur Zufriedenheit. Das erklärt die sogenannte „Individuation“ – ein Begriff aus der Tiefenpsychologie.

Du hast ein Recht auf Zufriedenheit!

Vereinfacht bedeutet Individuation, dass Du herausfinden darfst, was Dich glücklich macht. Zu erkennen, wonach Deine Seele wirklich ruft. Es ist die Annahme Deiner Lebensaufgabe, Deine Selbstfindung. Und dieser Weg bedeutet Selbsterkenntnis. Das ist oftmals sehr herausfordernd und bedeutet, sich mit Emotionen auseinanderzusetzen und manchmal auch Dinge im Leben zu verändern. Es ist ein ehrliches Hinhören auf die innere Stimme Deiner Sehnsucht – und der beständige Wille, mutig genug zu sein, dieser Sehnsucht zu folgen.

Der positive Aspekt des Vergleichs

Wenn es überhaupt einen positiven Aspekt gibt, sich mit anderen zu vergleichen, dann der, dass wir voneinander lernen können. Zu lernen, die Dinge in unser Leben zu integrieren, die wertvoll für unsere Selbstentwicklung sind.

Was mir immer sehr hilft, wenn ich in das Vergleichen komme, ist, dass ich versuche die andere Person nicht zu beneiden, sondern sie für ihre Leistungen segne und sie wertschätze. Denn auch dieser Mensch hat sich entwickeln müssen, viele Herausforderungen erlebt – und vielleicht sogar Dinge dafür aufgeben müssen.

Mir geht es gut!

Mir hat dieser Mangelanfall heute wieder vor Augen geführt, wie gut es mir wirklich geht – und wie dankbar ich sein darf. Und dankbar war ich vor allem dafür, dass ich mittlerweile sehr schnell erkenne, wenn ich in die „Vergleichsfalle“ tappe und mir dadurch viel Kraft raube. Diese Achtsamkeit allein hilft schon, um eine Veränderung herbeizuführen und der Falle zu entkommen.

Ach ja – und Fräulein Rottenmeier gehen dann auch ganz schnell die Argumente aus – und sie zieht sich in ihr Kämmerlein zurück.

Die drei Schlüssel zur Zufriedenheit

Wenn Du Dich das nächste Mal dabei ertappst, dass Du Dich mit anderen vergleichst, dann helfen Dir vielleicht diese 3 Schlüssel zur Zufriedenheit:

1. Bewusstsein
Das Erkennen der Vergleichssituation und was es gerade mit Dir macht. Die innere Fragestellung, ob das was Du denkst, gerade wirklich wahr ist oder sich dein innerer Kritiker zu Wort meldet. Werde Dir bewusst darüber, was Du in Wirklichkeit alles an Geschenken in Deinen Leben hast.

2. Dankbarkeit
Eine tief empfundene Wertschätzung zu spüren, für all die kleinen und großen Dinge, Menschen und Situationen, die Dein Leben bereichern. Und dafür ganz bewusst auch mal ein Gefühl von Dankbarkeit zuzulassen. Sprich dieses kleine Wort viel öfter laut aus: „Danke!“

3. Individuation
Lasse Dich auf Deine tiefe Sehnsucht und Deine Emotionen ein. Reflektiere Dich, sei ehrlich aber liebevoll mit Dir. Erkenne, was Dir gut tut und wofür Dein Herz schlägt – finde Deine Lebensaufgabe. Sei achtsam mit Dir und anderen.

Das sorgt – zumindest bei mir – sehr oft schon für ein Grundgefühl der Zufriedenheit. Und wer weiß: Vielleicht findest Du dabei das eine oder andere, was Dich glücklich macht. Ich wünsche es Dir von ganzem Herzen!