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Yvonne Gerdau - Blog - Bring den Müll raus - Die Seele entrümpeln

„Bring mal den Müll raus!“ – Die Seele entrümpeln.

Wenn ich aufmerksam und ehrlich mit mir gewesen wäre, dann hätte ich diesen wichtigen Termin nicht verpasst. Dabei ist es doch so einfach: Stell‘ einfach regelmäßig die Mülltonne raus, denn es ist Abholung!

Aber ich war zu beschäftigt mit dem Leben und den Aufgaben, die alle gerade ihre Aufmerksamkeit erforderten – und vor allem war ich verstrickt in alten Mustern mit Verbindungen zu Menschen, die ich schon längst hätte entsorgen müssen. Die Verbindungen meine ich natürlich.

Ich beschreibe es mal so: Irgendwann ist einfach kein Platz mehr in der Tonne und die Tüten drücken den Deckel hoch – bildlich gesprochen. In meiner Realität sah das dann so aus, dass mein Körper streikte. Von jetzt auf gleich. Meine gesamten Energiereserven waren im Laufe der letzten Wochen einfach unbemerkt versickert – oder flossen Dingen zu, die einfach ungesund für mich waren.

Was habe ich in dieser Situation als Erstes gemacht? Ich habe meine ‚Ohnmacht‘ und meine Fassungslosigkeit wahrgenommen und letztendlich angenommen. Und dann habe ich mich bedankt: Ich habe mich bei meinem intelligenten Körper bedankt und bei meinem System, bei meiner inneren Führung – und vor allem bei den Menschen, die durch ihr Verhalten bei mir den Wunsch gefördert haben, endlich alten emotionalen Ballast zu entsorgen.

Die Zeit war reif für eine Entrümpelung meiner angestauten Emotionen, damit meine Seele endlich wieder einmal tief durchatmen kann.

 

Aber wie entrümpelst Du Deine Seele?

Das Leben bietet uns ja täglich Lernaufgaben, an denen wir wachsen dürfen. Aber wie in der Schule gibt es Kursfächer, die uns liegen – und andere die wir am liebsten sofort abwählen würden.

Das Problem ist nur, dass wir irgendwann den Kurs durchziehen und uns mit den Inhalten auseinandersetzen müssen. Ansonsten wird der Lernstoff immer mehr und in der Folge bleiben wir kleben. Die unweigerliche Konsequenz daraus ist dann, dass wir wiederholen – und zwar so lange, bis wir es endlich kapiert haben. Und das kann dauern!

In meinem Fall bedeutete das konkret: Menschen und Situationen loslassen! Also bestimmten Menschen ihr (für mich) negatives Verhalten und ihr Handeln zu vergeben. Und mehr noch. Ich verspürte Dankbarkeit, dass diese Personen mir durch ihr Verhalten geholfen haben, mich endlich mal wieder selbst zu reflektieren.

Wenn Du loslässt, hast Du beide Hände frei. - Chinesisches Sprichwort

In unseren Workshops benutzen meine Kollegin und ich gerne den Ausspruch „Wenn’s dich trifft, dann betrifft es dich noch.“ Meint, wenn ich mich durch das Verhalten, von Aussagen und Handlungen bestimmter Personen verletzt fühle, dann ist es noch ein Thema in mir. Das muss ich intensiv und bewusst von allen Seiten betrachten und im Idealfall darf es dann heilen.

 

So eine Art von Murphys Gesetz!

Heilung und Entwicklung entstehen fast nie, wenn wir gerade auf der Sonnenseite des Lebens sind. Wenn wir uns stark und großartig fühlen und Bäume ausreißen könnten. Oh nein! Die persönliche Entwicklung entsteht immer in Momenten mit größten Herausforderungen. Wenn zum Beispiel unser Körper rumzickt oder sich komplett verweigert, unsere Gedanken und Emotionen Achterbahn fahren – unser Körper und unsere Psyche außerhalb jeglicher Balance sind.

Dann kommen wir in den „Genuss“, uns selbst sehr intensiv zu erfahren. Dann spüren wir unsere Emotionen mit voller Wucht und denken die ganze Zeit: „Wann hört das wieder auf?“

Die gute Nachricht ist: Es hört auf! Es hört dann auf, wenn Du Dinge, Situationen und Umstände in Deinem Leben ehrlich reflektierst. Wenn Du erkennst und Dir ehrlich eingestehst, dass Du durch Deine Gedanken und durch Deine unbewussten Handlungen diese Dinge selbst in Dein Leben gezogen hast. Dass Du diese Situation, in der Du Dich gerade befindest, überhaupt erst kreiert hast.

 

Harter Tobak – aber leider wahr…

Das bedeutete für mich – in meiner Realität – einen ordentlichen Frühjahrsputz im Herbst. Eine Analyse des emotionalen Mülls, der sich angesammelt hatte. Schonungslose Selbstreflexion.

Mir hat dabei die Beantwortung diese Fragen geholfen:

  • Wann habe ich mich in Dramen ziehen lassen – die nicht meine waren – und bereitwillig die Dramaqueen darin gespielt?
  • Wo habe ich aus falscher Rücksichtnahme vergessen, liebevoll „nein“ zu sagen?
  • Wo habe ich zugelassen, dass meine Grenze überschritten wurde?
  • Aus welchem Grund wollte mein Ego um jeden Preis Wertschätzung und Anerkennung von anderen Menschen?
  • Wann habe ich verpasst, die körperlichen Warnsignale wahrzunehmen?
  • Wie konnte ich vergessen, dass ich die wichtigste Person in meinem Leben bin?

 

Tief durchatmen – und jetzt aufräumen und entrümpeln.

Ehrlichkeit hilft, diese Fragen zu beantworten und sorgt für Klarheit…

Klarheit sorgt für den Mut, bewusste Entscheidungen zu treffen…

Bewusst getroffene Entscheidungen haben eine große Kraft und sorgen für Veränderung…

Veränderungen bringen wieder Bewegung in festgefahrene Situationen…

Und schließlich kommen wir endlich wieder voran…

 

Mein Fazit

Also: wenn es Dir mal genauso geht, dann fang rechtzeitig an aufzuräumen. Finde heraus, was weg kann – und was bleiben darf. Alles was weg kann, kommt in die Tonne und darf dankbar entsorgt und losgelassen werden. Endgültig!

Und nicht vergessen: Morgen ist Abholung! Stell den Müll raus, damit er auch sicher abgeholt wird.